Briefe in die Chinesische Vergangenheit v. Herbert Rosendörfer

Herbert RosendörferKurzbeschreibung
Ein Mandarin aus dem China des 10. Jahrhunderts versetzt sich mit Hilfe eines »Zeit-Reise-Kompasses« in die heutige Zeit. Er überspringt nicht nur tausend Jahre, sondern landet auch in einem völlig anderen Kulturkreis: in einer modernen Großstadt, deren Name in seinen Ohren wie Min-chen klingt und die in Ba Yan liegt. Verwirrt und wißbegierig stürzt sich Kao-tai in ein Abenteuer, von dem er nicht weiß, wie es ausgehen wird. In Briefen an seinen Freund im Reich der Mitte schildert er seine Erlebnisse und Eindrücke, erzählt vom seltsamen Leben der »Großnasen«, von ihren kulturellen und technischen Errungenschaften und versucht Beobachtungen und Vorgänge zu interpretieren, die ihm selbst zunächst unverständlich sind.

Dieses kleine etwas unscheinbare TB habe ich mir von meinem Sohn ausgeliehen, der es , leider, nicht lesen wollte!! Leider muß ich sagen, denn mir hat dieses TB sehr viel Freude bereitet, an manchen Passagen mußte ich wirklich herzhaft lachen, zu komisch in welche Situationen sich dieser Mandarin aus einem längst vergessenem Kaiserreich bringt.

Hier ein kurzer Auszug aus einem seiner vielen Briefe an seinen Freund:

In dem Gefängnis, das offenbar gleichzeitig die Befehlszentrale der SChergen ist, wurde ich einem Oberschergen vorgeführt. Vorher hatte mir ein SCherge meine Reisetasche weggenommen und sie durchsucht. Als ich durch die langen, finsteren, ranzig riechenden Gänge geführte wurde, trug ein Scherge meine Reisetasche; gewiß nicht aus Höflichkeit.

Dem Oberschergen gegenüber machte ich gar nicht mehr den Versuch einer Anrede. Ich schwieg und verbeugte mich nur immer ein wenig, wenn er etwas sagte. Er aber redete mich in der sehr lauten, harten und unmelodiösen Sprache unserer unglückseligen Nachkommen an. Auf seinem Gesicht machte sich Ratlosigkeit bemerkbar. Ich mußte mich auf eine schmutzige Holzbank setzen. Die Reisetasche stellte man – als offenbar ungefährlich – neben mich hin. Unzählige Schergen kamen, scheinbar beiläufig, in den Raum, um mich anzustarren. Ich mußte, trotz meiner demütigen Lage, lachen. Eine zeitspanne für das alles kann ich nicht angeben. Aber es war, nachdem vier Dolmetscher vergeblich mit mir ihr Glück versucht hatten, da brachte mir – es war sicher freundlich gemeint – ein Unterscherge einen Teller aus gewalztem Eisen, in dem einige Dinge waren, die ich nach längerem Hinsehen für als eßbar gedacht zu erkennen meinte. Er drückte mir auch ein Gerät in die Hand – inzwischen habe ich solche Geräte kennengelernt, davon später; das auch aus gewalztem Eisen war. Das Gerät heißt Gan-Bal. Wohlweislich fassen sie hier ihre Speisen nicht mit den Händen an, sondern führen sie mit solchen Gan-Bal Geräten zum Mund. Ich hatte vor Aufregung und Schrecken nicht den geringsten Hunger.

Mit solchen lustigen Köstlichkeiten wie die Gan-Bal (Gabel) oder das A-Tao(Auto) und die Stadt Min-chen welche in Ba yan liegt , sind die vielen Briefe in die Vergangenheit gespickt und entlockt uns ein herzhaftes Lachen.

Mein Fazit: ein Leckerbissen für Zwischendurch und äußerst lesenswert!!

doto

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s