Krisenberichterstattung

 

Einblicke in die Studienergebnisse:

Erstaunlich hoch ist das Informationsbedürfnis der Deutschen während großer Krisen und Katastrophen in dieser Welt. Drei Viertel der Befragten geben an, sich in solchen Zeiten mehr als in „ruhigeren Zeiten“ zu informieren. Bevorzugtes Medium ist der Fernseher       (90 %) – noch mit deutlichem Abstand zum Internet (73 %). Das Internet (Rang 2) hat allerdings die herkömmlichen Medien wie Tageszeitung (54 % – Rang 3) und Radio (53 % – Rang 4) längst überholt. Für die Tageszeitung gilt: Je älter die Befragten sind, desto höher ist ihr Stellenwert (14-29 Jahre – 39 %; 30-49 Jahre – 53 %; 50-69 Jahre 63 %).

 

Befragt nach dem konkreten Fernsehsender, auf dem die Befragten die Berichterstattung verfolgen, liegen die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten ARD (71 %) und ZDF (55 %) mit großem Abstand vor den Privaten. Selbst ausgewiesene Nachrichtensender wie N-TV (32 %) und N24 (32 %) können hier nicht mithalten.

 

Fast drei Viertel der Befragten (72 %) sind sich darüber im Klaren, dass die Sachlichkeit der Berichterstattung vom jeweiligen Sender abhängt. 43 % finden die Berichterstattung im Fernsehen aufschlussreich und umfassend. Fast ein Drittel (29 %) findet, dass es erfreulich viele Hintergrundinformationen gibt. Allerdings meinen viele (46 %), die Berichterstattung breche zu früh ab. Einem Drittel der Befragten (34 %) ist aber auch bewusst, dass es zu viele Krisen und Katastrophen in dieser Welt gibt, um angemessen und nachhaltig über alle berichten zu können. Darüber hinaus gibt es auch kritische Anmerkungen: Mehr als die Hälfte der Befragten (56 %) meint, dass so manche Art der Berichterstattung beim Zuschauer Panik und Hysterie auslöst. Zweifel an der Richtigkeit der dargestellten Faktenlage hat ein Drittel der Zuschauer (32 %). Auch die Spendengala kommt nicht bei allen gut an, viele Befragte (44 %) finden, dass diese zu viele unterhaltsame Aspekte enthält.

 

Wünsche der Zuschauer an die Krisen- und Katastrophenberichterstattung wären eine stärkere Einbeziehung der Hilfsorganisationen (48 %) und die Berichterstattung über die akute Krise hinaus fortzuführen, um mehr über die Aufbauphase in den jeweiligen Regionen zu erfahren (46 %).

 

Der Aspekt „Berichterstattung auch über die akute Krise hinaus“ steht bei der letzten, ungestützten Frage „Was fehlt Ihnen in der Krisen- / Katastrophenberichterstattung, worüber würden Sie gerne mehr erfahren“ ganz oben. Die Befragten würden gerne mehr wissen über die Folgen der Katastrophe – politisch, kulturell, ökologisch und über die Betroffenen.

Zur Studie:

 

 

 

 

Frage 1:

 

Wenn Sie einmal an die letzten großen Krisen und Katastrophen in der Welt (Explosion der Bohrinsel im Golf von Mexiko, Freiheitsbewegungen in der arabischen Welt, Atomunfall in Japan etc.) denken, haben Sie sich in den Medien über den aktuellen Stand der Ereignisse informiert?

 

 

Basis: 1000 Befragte

 

=> Das Interesse an Informationen über Krisen und Katastrophen dieser Welt ist groß, besonders stark ausgeprägt in der Gruppe der 30-69 Jährigen.

 

 

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Frage 2:

 

Wo haben Sie sich über die aktuellen Ereignisse informiert?

 

 

Basis: 909 Befragte, die sich über die letzten Krisen und Katastrophen informiert haben

 

=> Der Fernseher ist mit Abstand das gefragteste Medium, wenn es um Krisen und Katastrophenberichterstattung geht. Im Internet sind es vor allem die 14-49 Jährigen, die dort Informationen abrufen.

 

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Frage 3:

 

Informieren Sie sich in Zeiten, in denen sich Krisen und Katastrophen ereignen mehr über das aktuelle Geschehen in der Welt als in ‚ruhigeren Zeiten‘?

 

 

Basis: 909 Befragte, die sich über die letzten Krisen und Katastrophen informiert haben

 

=> Große Krisen und Katastrophen erhöhen das Informationsbedürfnis enorm.

 

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Frage 4:

 

Welche der folgenden Fernsehsender nutzen Sie vorwiegend um Informationen von den Krisenherden dieser Welt zu erhalten?


 

Basis: 814 Befragte, die angeben, das Fernsehen als Informationsquelle zu nutzen

 

=> Die Öffentlich-Rechtlichen sind deutlich mehr gefragt als die Privaten. Selbst ausgewiesene Nachrichtensender wie N-TV und N24 bleiben deutlich zurück.

 

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Frage 5 (1/2):

 

In welcher Weise treffen die folgenden Aussagen über die Krisen- / Katastrophenberichterstattung der letzten Zeit im Fernsehen zu?

 

 

Basis: 909 Befragte, die sich über die letzten Krisen und Katastrophen informiert haben,

 

=> Fast drei Viertel der Befragten sind sich darüber im Klaren, dass die Sachlichkeit der Berichterstattung vom jeweiligen Fernsehsender abhängt. Kritische Punkte: Spendengala, Berichterstattung bricht zu früh ab.

 

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Frage 5 (2/2):

 

In welcher Weise treffen die folgenden Aussagen über die Krisen- / Katastrophenberichterstattung der letzten Zeit im Fernsehen zu?

 

 

Basis: 757 Befragte, die angeben, bei Drogerieartikeln zwischen Marke und Handelsmarke unterscheiden zu können

 

=>  Fast die Hälfte der Befragten ist zufrieden mit der Berichterstattung. Allerdings wünschen sich viele der Befragten mehr Einbeziehung der Hilfsorganisationen in die Berichterstattung.

 

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Frage 6:

 

 

Was fehlt Ihnen in der Krisen-/Katastrophenberichterstattung, worüber würden Sie gerne mehr erfahren?

 

 

 

 

Basis: 909 Befragte, die sich über die letzten Krisen und Katastrophen informiert haben, ungestützt abgefragt

 

=>  Was den Befragten am meisten fehlt, sind Berichte darüber, was in den betroffenen Regionen nach der akuten Katastrophe passiert.

 

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Studieninformationen:

  • Online Befragung in Deutschland mit insgesamt 1000 Interviews, die im Mai 2011 stattfand. Die Befragungsteilnehmer wurden aus dem Dialego Panel unter Berücksichtigung der Merkmale Alter und Geschlecht ausgewählt und per E-Mail eingeladen. Die Stichprobe wurde nach Alter und Geschlecht gemäß der Verteilung der deutschen Bevölkerung quotiert.

Mit freundlicher Genehmigung von dialegio.de

 

Viel Spaß beim studieren

doto

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